Sie ist verschwunden, heute nicht einmal zu erahnen – es regnet Blasen und das schon seit Stunden. Aber meine Oma-Mama spürt sie noch auf der Haut, sie hat die letzten Tage jede Minute auf Balkonien verbracht. Wie es dort aussieht? Kommen Sie, ich nehme Sie mit auf einen kleinen Rundgang:
Das hier ist der Sitzbereich. Der Tisch ist Oma-Mamas Schreibtisch aus Kindertagen; aber mit einer Tiefe von nur 50 cm ist er einfach ideal. Auf der Bank sitzt eigentlich immer die Felllose, aber irgendwie belegt die jetzt immer der Zweibeiner. Vom Sitzbereich blickt man direkt in den „Gartenbereich“ oder beobachtet die vorbeilaufenden Leute (Milieustudien nennt das meine Zweibeinerin). Doch dazu später mehr …

Na klar gibt es im vorderen Bereich, wo auch das Essen gereicht wird (gestern gab es übrigens Nudeln mit Broccolie), Pflanzen. Im Balkonkasten blühen die Geranien und auf dem breiten Fensterbrett (siehe 1. Bild) haben die japanischen Wunderblumen ihren Platz gefunden.

Bevor wir jetzt in den hinteren Bereich gehen, bitte ich Sie, ihr Augenmerk auf diesen Grill zu lenken. Seit das richtige Grillen hier verboten wurde, dient er als zusätzliche Blumenbank.

Eigentlich ist das der Stammplatz der Callas, aber zur Zeit hat der Zweibeiner sein selbstgezogenes, potthässliches, einzigartiges Pfirsichbäumchen darauf abgestellt.

Bitte folgen Sie mir nun in den Garten. Rechts an der Wand steht hier das Lieblingsregal der Oma-Mama: Vier Kästen mit Stiefmütterchen und Hornveilchen sorgen für viele bunte Farbkleckse. Gleich daneben auf dem Fensterbrett erfreut sich der blaue Storchenschnabel an den Sonnenstrahlen.


Der Sitzecke gegenüber (in einer Entfernung von ca. 7m) wuchert es im großen Pflanzkübel – eine lilafarbene Duftrose wird von zwei Beetrosen flankiert, am Rankgitter wächst die Clematis in die Höhe. Bodendeckende Blumen wurden vorige Woche ausgesät und beginnen langsam zu wachsen. Mal sehen, was da noch alles kommt – das Ding ist wirklich die reinste Wunderkiste. Links neben dem Pflanzkasten, also am Balkongitter ranken sich seit heute die schon enorm gewachsenen Prunkwinden. Hoffentlich sinken die Temperaturen nicht noch einmal ins Minus.

Und dann ist da noch der kleine Rabe! Er fungierte als Vogelscheuche, ohne Vögel zu verscheuchen und war sehr ansehnlich. Jetzt ist er in die Jahre gekommen und hat seinen Glanz eingebüßt. Doch er darf bleiben … bis zu seinem endgültigen Zerfall.

Übrigens: Haben Sie die wunderschöne Solarlampe gesehen? An lauen Sommerabenden sorgt sie mit ihrem weichen, dämmrigen Licht für romantische Stimmung.

Und damit ist unser heutiger Balkonrundgang beendet. Ich hoffe, Sie hatten genauso viel Spass wie ich und konnten für ein paar Minuten den Regen vergessen.
Ihr Thor Löwenherz








Mit Verlaub; deine Art zu schreiben, ist einfach köstlich!
regennasse Grüße
Petra
Ohhh Frau Petra, Sie machen mich ja richtig verlegen … und rot bin ich geworden – bis zu den Ohren. Ein Glück, das das keiner gesehen hat. Wie würde das denn aussehen: ein feuerrotes Zwergkaninchen. Aber ich danke Ihnen ganz, ganz herzlich für dieses Riesenkompliment. LG – Ihr Thor Löwenherz