Verfasst von: Thor | 10. Januar 2010

Daisy weckt Erinnerungen

Nun hat Daisy doch noch zugeschlagen: Im Norden sind ganze Ortschaften von der Aussenwelt abgeschnitten, meterhohe Schneeverwehungen machen Straßen und Schienen unpassierbar. Diese Berichterstattung weckt in der Oma-Mama Erinnerungen und sie erzählt:

1978, ich war damals 16, verbrachte ich die Weihnachtstage bei Oma und Opa, meine Eltern waren mit meinem Bruder weit weg zu Besuch bei Verwandten. Im Radio wurde vor dem bevorstehenden Unwetter gewarnt und irgendwie konnte ich die Großeltern überzeugen, daß ich am 31.12. nach Hause fahren konnte. Ich glaube, ich schob damals den Schulbeginn am 03.01. vor, den ich nicht verpassen wollte.

Aud jeden Fall traf ich am 31.12. gegen 12. Uhr in dem kleinen, 60km von Oma und Opa entfernten Städtchen ein. Die Eltern tummelten sich noch in der Ferne und ich – ich hatte sturmfrei. Nachmittags überschlugen sich die Radiomeldungen: Nichts ging mehr auf Straßen und Schienen, eine Heimkehr meiner Eltern also absolut unmöglich. Und genau diese Meldungen verursachten bei mir Jubelschreie; der Silvesterfete stand nichts mehr im Wege. Und das hatte sich wahnsinnig schnell rumgesprochen. Ständig klingelte es und es kamen neue Gäste. Also wurde kurzerhand die Wohnungstür offen gelassen, es war ein Kommen und Gehen und die Stimmung am Siedepunkt. Jeder brachte etwas mit, Alkohol, Etwas zum Knabbern, Zigaretten … doch keiner schoß sich ins Koma und nichts, wirklich garnichts ging zu Bruch. Es war wirklich DIE Party.

Am nächsten Morgen ging es dann ans Großreinemachen, alle Spuren mußten beseitigt werden. Als größtes Problem erwies sich das Konfetti auf der Auflegware und als gegen 11 Uhr dann auch noch der Strom ausfiel, mußten die Schnippseln von Hand aufgelesen werden. Aber gemeinsam war das schnell geschafft und nichts deutete auf die Riesenparty hin. Die Eltern konnten also kommen … oder auch nicht, denn noch immer fuhren keine Züge.

Noch einen Tag sturmfrei. Keine Zeitvorgaben, wann man zu hause sein musste. Also ging es zum Nachtrodeln, Schnee gab es ja genug. Ich glaube, so ausgelassen war ich selten.

Aber so abends ganz alleine in der Wohnung, das war schon befremdlich. Darum habe ich zur Sicherheit immer zugeschlossen und den Schlüssel im Schloss stecken lassen. So konnte ich beruhigt und fest schlafen bis – ja, bis nachts um 3 auf einmal meine Eltern vor meinem Bett standen. Hochrot und wutentbrannt. Sie kamen nämlich nicht zur Tür herein und ich hatte ihr Klopfen verschlafen. Also mußten sie die Wohnungstür eintreten (was ich übrigens auch nicht gehört habe). Das das natürlich Riesenärger gab, ist wohl jedem klar. Ich glaube, 1 Woche Stubenarrest gab es dann noch obendrauf, als die lieben Nachbarn meinen Eltern von der Fete erzählten. Aber das war es mir wirklich wert und außerdem hatte es zu Weihnachten viele neue Bücher gegeben, die gelesen werden wollten.

Und was sagt uns diese Geschichte? Ein Blizzard ist nicht immer etwas Gefährliches, Böses, sondern kann einem die geilste Fete seines Lebens bescheren. Und Sie, haben Sie auch schon mal so etwas erlebt?

Ihr Thor Löwenherz

PS: Jetzt weiß ich wenigstens, was ich das nächste Mal mache, wenn die Zweibeiner tagelang unterwegs sind. Ich gebe Ihnen dann hier über das Blog bescheid.

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