Verfasst von: Thor | 13. Januar 2010

Die Motten im Blasebalg

Der alte Mann (72) hustet. Guck an, hat er also wieder seine alljährliche Grippe, denkt die Oma-Mama. 1 Woche später. Der alte Mann hustet immer noch, hat abends Fieber. Upps, vielleicht Ferkelhusten die Schweinegrippe (von der übrigens niemand mehr spricht). Er sollte mal zum Arzt gehen. Tut er nicht. 3 Monate später. Der alte Mann hustet, hat Fieberschübe, Nachtschweiß, nimmt ab. Da wird er doch nicht etwa Krebs haben? Alle in seiner Familie haben bzw. hatten Krebs. Er sollte mal zum Arzt gehen. Macht er jetzt, die nächtliche Atemnot ist zu groß. Doch die Hausärztin kann ihm nicht helfen, er soll ins Krankenhaus. Kommt er, wenn auch erst 3 Tage später. Auf der Station herrscht nämlich gerade Flitzepups.

Nun ist er im Krankenhaus. Die ersten Auswertungen: Keine normale Erkältung, keine Schweinegrippe. Krebs? Dafür muss er in die Röhre. Dann die erlösende Nachricht: Keine Tumore, aber mit der Lunge, da stimmt was nicht. Das Lungenemphysem ist bekannt, hat nie groß zu Einschränkungen geführt. Was ist es dann? Die Ärzte haben jetzt eine Antwort auf diese Frage: Es ist Tuberkulose (TBC), eine fast vergessene Krankheit.

Wo hat sich der alte Mann bloß die Motten in den Blasebalg geholt, fragt sich kopfschüttelnd die Oma-Mama und ist erstmals froh, keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern zu haben. Nicht vorzustellen, das Baby wäre angesteckt worden.

Ihr Thor Löwenherz

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